Melle trauert um Politiker und Heimatfreund

 
 

Melle. In den vergangenen Jahren war es still geworden um ihn – und dennoch soll an dieser Stelle an eine Persönlichkeit erinnert werden, die im Grönegau ihre Spuren hinterlassen hat: Hermann Niehaus.

 
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Hermann Niehaus Foto: Atelier am Markt

Der verdiente Kommunalpolitiker und langjährige Vorsitzende des Verschönerungs- und Verkehrsvereins Melle-Mitte schlief jetzt nach längerem Krankenlager im 90. Lebensjahr in seinem Haus in Bakum friedlich ein.

Mit Hermann Niehaus verliert die Stadt eine Person des öffentlichen Lebens, die sich in vielerlei Hinsicht bleibende Verdienste um das Gemeinwesen erworben hat. Und sie verliert einen allseits geachteten und geschätzten Mann, der sich durch Konzilianz, Menschlichkeit und Herzenswärme auszeichnete.

Am 12. Juli 1928 in Bakum geboren, ließ sich Hermann Niehaus nach dem Schulbesuch im alteingesessenen Meller Unternehmen Gebrüder Meyer zum Kaufmann ausbilden, ehe er später in das Bauunternehmen A. Bücker GmbH & Co. wechselte. Dort war er bis zu seinem Eintritt in den wohlverdienten Ruhestand in leitender Funktion tätig.

 

Immer geradlinig

Sein kommunalpolitisches Engagement begann bereits vor der kommunalen Gebiets- und Verwaltungsreform, als Hermann Niehaus zunächst Sitz und Stimme im Kreistag des damaligen Kreises Melle und im Gemeinderat der damaligen Gemeinde Bakum besaß. Später gehörte der Sozialdemokrat in der Zeit von 1972 bis 1981 dem Ortsrat Melle-Mitte an. Des Weiteren war er von 1981 bis 1991 Mitglied im Rat der Stadt. In dieser Zeit brachte der Ratsherr seine Kompetenzen im Sozialausschuss, im Werksausschuss und im Fremdenverkehrsausschuss ein, in dem er mehrere Jahre lang als stellvertretender Vorsitzender fungierte.

Seine soziale Gesinnung sowie seine geradlinige und auf sachlichen Ausgleich bedachte Haltung prägten sein Denken und Handeln. Im kommunalpolitischen Geschehen war Hermann Niehaus stets mittendrin, aber niemals abgehoben. Er nahm sich selbst nicht so wichtig – die Sache aber umso mehr. Und dies brachte im Wertschätzung und Sympathie ein – weit über alle Parteigrenzen hinaus.

Motor im VVV

Hermann Niehaus war als heimatverbundener und bodenständiger Mensch weithin bekannt. Als Heimatfreund im besten Wortsinn engagierte es sich jahrzehntelang im Verschönerungs- und Verkehrsverein Melle-Mitte (VVV), zu dessen stellvertretendem Vorsitzenden er im Jahre 1974 gewählt worden war. In jener Zeit wirkten sich erhebliche Umstrukturierungen, die durch die Gebietsreform bedingt waren, auch auf das Gefüge des VVV aus. So wurde der Verein aus der bisherigen Teilobhut der städtischen Einflussnahme in die vollständige Ehrenamtlichkeit entlassen.

Mehr als nur Vorstand

Hermann Niehaus widmete sich bereits zum Auftakt seiner Amtszeit nicht nur den klassischen Vorstandsaufgaben – von der Pflege der Wanderwege über das Entwickeln von Wanderangeboten bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit. Darüber hinaus verstand sich der Bakumer als Impulsgeber, der neue Veranstaltungen und Projekte im besten Wortsinn auf den Weg brachte.

Hier sind insbesondere der Volkslauf und der Wandertag in Zusammenarbeit mit der Leichtathletikabteilung des damaligen Sportvereins TURA Melle und ab 1985 der Ausbau der Diedrichsburg zu nennen. An der Sanierung des historischen Bauwerkes mit anschließender langfristiger Anpachtung der Burg war Hermann Niehaus insbesondere durch seine berufliche Erfahrung maßgeblich beteiligt. Auch die Anlage des 97 Kilometer langen Meller Ringweges trug in weiten Teilen seine Handschrift.

Komptenz gefragt

Im Jahre 1990 übernahm Hermann Niehaus den VVV-Vorstandsvorsitz von Hermann Fromme, der aus gesundheitlichen Gründen auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte. Auch den neuen Aufgaben, die mit der Übernahme dieses Amtes verbunden waren, stellte sich Niehaus mit Leidenschaft. Eine besondere Herausforderung: die Organisation des 100-jährigen Vereinsjubiläums, das im Jahre 1993 begangen wurde.

Am 1. März 2002 stellte Hermann Niehaus sein Amt als Vereinsvorsitzender zur Verfügung. Sein Nachfolger im Amt wurde Hermann Kuipers. Es verstand sich von selbst, dass sich Niehaus in der Folgezeit weiter für den Verschönerungs- und Verkehrsverein engagierte – und zwar als Wegewart. Auch dieses Amt füllte der Verstorbene mit fachlicher Kompetenz, hohem persönlichen Engagement, großer Besonnenheit und der ihm eigenen natürlichen Liebenswürdigkeit aus.

Der Name Hermann Niehaus stand zweifelsohne für Kontinuität. Seinen Ausdruck fand dies unter anderem in langjährigen Mitgliedschaften. So gehörte er bis zu seinem Tode 63 Jahre lang der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt und 52 Jahre lang der SPD an. Darüber hinaus fühlte sich der Verstorbene über Jahrzehnte hinweg der Meller Waldbühne immer eng verbunden.

Obwohl sich Hermann Niehaus aus gesundheitlichen Gründen nach und nach aus dem öffentlichen Leben zurückziehen musste, nahm er am aktuellen Geschehen stets regen Anteil. Und bis zu seinem Tode war ihm ein klarer und wacher Geist geschenkt.

Die Trauerfeier für Hermann Niehaus findet am heutigen Montag ab 13.30 Uhr in der Friedhofskapelle in Melle-Mitte statt. Anschließend wird der Verstorbene zur letzten Ruhe gebettet.

 

Hier geht es zum Original Artikel im Meller Kreisblatt

 
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